Ajikan Meditation und Mantra Rezitation

Shingon-Schule, jap., wörtlich“Schule des Wahren Wortes”. Sie wurde von Kukai (Kobo Daishi, 774-835) aus den Lehren der chinesischen Mi-tsung-Schule entwickelt und neu systematisiert. In der Shingon-Schule spielen die Entwicklung der “Drei Geheimnisse” (jap. sanmitsu 三密): Mudra, Mantra, Mandala bzw. “Drei Körper” (jap. sanshin 三身): Nirmanakaya-Erscheinungskörper, Sambhogakaya-Weisheitskörper, Dharmakaya-Wahrheitskörper; eine entscheidende Rolle. Nach dieser Lehre besitzen alle Menschen die zur Erlangung der Buddhaschaft notwendigen Fähigkeiten und Potentiale, die jedoch von den einzelnen Individuen selbst entwickelt und vervollkommnet werden müssen. Die mit diesen Lehren verbundenen Rituale und Meditationsübungen werden im Shingon nur mündlich vom Lehrer direkt an die einzelnen Schüler weitergegeben, was einen wesentlichen Unterschied zu den exoterischen, für die Öffentlichkeit bestimmten Schulen des Buddhismus in Japan (Jodo-shu, Jodo-shin-shu, Nichiren-shu, Zen-shu) darstellt. Diese esoterischen Lehren wurden nach Auffassung der Shingon-Schule von (Maha)-Vairochana (jap. Dainichi Nyorai 大日如来 oder Birushana Butsu 毘盧遮那仏), dem Sonnenbuddha, der als Personifizierung des Dharmakaya, angesehen wird, als absolute Wahrheit dargelegt, die nur der Eingeweihte erlernen und begreifen kann. Vairochana, der als zentraler Buddha dieser Schule betrachtet wird, stellt das Universum, ohne Anfang und Ende dar und zeichnet sich durch die vollkommene Harmonie der sechs Elemente (jap. Rokudai, skrt. Sad-mahabhuta): Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum und Bewußtsein aus.

Zeit: regelmäßig jeden Mittwoch und jeden 2., 4. und 5. Sonntag im Monat von 19:00 – 21:00 Uhr. Bitte vor dem Besuch den Termin immer vorher mit der Veranstaltungsübersicht unter https://www.bghh.de/veranstaltungen/ abgleichen!

Ort: Buddhistische Gesellschaft Hamburg e.V., Beisserstr. 23, 22337 Hamburg. Unterer Zeitschriften- oder Meditationsraum (nicht barrierefrei)

Verantwortlich: Volker K.

Kontakt: info@buddha-kanon.de, Tel. 0176/49011678

Anmeldung: Neu hinzukommende Besucher(Innen) werden gebeten, sich vorher anzumelden.

Kosten: Beitrag nach eigenem Ermessen.

Infos zur Praxis:
https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte/Kukai
https://www.univie.ac.at/rel_jap/kami/K%C5%ABkai
https://nihonryoiki.zenwort.de/nr_exkurse/nr_exShingon.html

Literatur:
-Volker Köpcke: “Grundlagen des esoterischen Buddhismus in Japan“, Hamburg 1998,
http://www.bghh.de/wp-bghh/wp-content/uploads/Texte/1998_Volker_K%C3%B6pcke_Esoterischer_Buddhismus_Japan.pdf
-“ Shingon Text“ http://www.bdk.or.jp/document/dgtl-dl/dBET_ShingonTexts_2004.pdf
“Shingon: Der esoterische Buddhimus in Japan” von Taiko Yamasaki; Theseus Verlag Zürich (Schweiz) 1990;
-“Shingon: Die Kunst des Geheimen Buddhismus in Japan” von Roger Goepper; Museum für Ostasiatische Kunst der Stadt Köln, 1988;
-“Das Kultbild im Ritus des esoterischen Buddhismus in Japan” von Roger Goepper; Westdeutscher Verlag Opladen, 1983;
-“Art in Japanese Esoteric Buddhism” von Takaaki Sawa; John Weatherhill Inc. New York (USA) 1972.
-“Shingon Buddhism: Theory and Practice” von Minoru Kiyota; Tokyo (Japan) 1978.
Kûkai, Kôbô Daishi; Kawahara, M. Eihô/Jobst, C. Yûhô (Übersetzung + Kommentar)
Ausgewählte Schriften. Sokushin-jôbutsu-gi, Shôji-jissô-gi, Unji-gi, Hannya-shingyô-hiken

Die Ajikan-Meditation ist eine rituelle Meditation über Form, Klang und Bedeutung der Silbe “A”. In den Shingon-Lehren ist die Silbe “A” das Symbol von Dainichi Nyorai (jap. 大日如来, Buddha Vairocana, der „kosmische Buddha“; wtl. „Großes Licht“ oder „Große Sonne“), dem höchsten Buddha im esoterischen Buddhismus Japans, dem Symbol der ultimativen Realität. Tatsächlich wird die Silbe selbst in einem der am meisten verehrten Shingon-Texte, dem Kommentar zum Dainichi-kyo (jap. 大日経 Dainichi Sutra (Mahavairocana Sutra); wichtiger Text des esoterischen Buddhismus; früheste bekannte Version aus China, 8. Jh.), als “König aller Mantren” bezeichnet. Kobo Daishi nannte es die Quelle aller buddhistischen Lehren.
Zu der Praxis des Ajikan sind im Laufe der Geschichte mehr als 100 unterschiedliche Kommentare entstanden. In seiner einfachsten Form, die nur 10 Minuten dauert, sitzt der Übende vor einem hängenden Rollbild (oder Abbildung), die mit einem Sanskrit “A” bemalt ist, das über einer Vollmondscheibe über einem weißen Lotus mit acht Blütenblättern steht.

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