Buddhistische Gesellschaft Hamburg e.V.

Verein

VORGESCHICHTE DER BGH:

Die Anfänge des Buddhismus in Hamburg reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Einige Mitglieder der 1903 in Leipzig gegründeten ersten buddhistischen Vereinigung in Deutschland und des 1912 in Halle gegründeten „Bund für buddhistisches Leben“, z. B. der Arzt Prof. Dr. Hans Much, lebten in Hamburg.

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Zwischen 1921 und 1936 bestand hier eine buddhistische Gruppe, die am 08.01.1921 im Alsterhotel von Walter Mankiewicz (30.04.1893-29.12.1963) gegründet wurde und dem “Bund für Buddhistisches Leben” in Halle angeschlossen war. Dieser leitete die Gruppe bis zum Jahr 1929 und zog dann nach Ulzburg, wo er am 29.12.1963 verstarb.

Die Hamburger Gruppe wurde dann ab 1929 von Walter Persian (11.05.1905-11.10.1983) geleitet und im Frühjahr 1932 in die erste „Buddhistische Gesellschaft Hamburg“ umbenannt, die ungefähr bis zum Jahr 1936 bestand, als Walter Persian von den Nazis verhaftet und einige Zeit eingesperrt worden war, da er u.a. den Kriegsdienst verweigerte. Am 10.06.1940 meldete er sich dann nach Düsseldorf ab, wo er sich dann während der Krieges nicht mehr öffentlich betätigte, sondern sich als Autor und Journalist durchschlug bis er wieder im Dezember 1946 die „Buddhistische Gemeinde Deutschlands“ gründete, mit der er schon damals eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erlangen versuchte, was er aber leider nicht umsetzten konnte. Im Winter 1948/1949 stellte er völlig überraschend seine Tätigkeit für die Verbreitung des Buddhismus in Deutschland ein, schrieb aber noch einige Zeit lang Artikel u.a. in der Zeitung „DIE ZEIT“ zu diesem Thema.

In Hamburg kam es auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu einer lebhafteren Entfaltung der buddhistischen Tätigkeit.
Im Sommer 1947 schlossen sich einige „alte“ Buddhisten, zu denen ca. 30 Personen gehörten, wieder unter der Leitung von Dr. med. Helmut PaImie (27.02.11896-18.10.1954) in einer Gruppe unter der Bezeichnung  “Buddhistische Gemeinde Hamburg” zusammen und fungierten zuerst als Ortsgruppe der „Buddhistischen Gemeinde Deutschlands“, die von Walter Persian in Düsseldorf gegründet wurde. Mitte 1949 wurde dann die Gruppe etwas unbenannt in „Buddhistische Gemeinde Hamburg – Arbeitsgemeinschaft Dr. Palmie“ woraus dann Anfang der 50er Jahre der Verein “Buddhistischer Arbeitskreis Hamburg e.V.” wurde, der aber kurze Zeit nach dem Freitod von Dr. Palmie am 18.10.1954 wieder aufgelöst wurde.

Ab dem 03.07.1948 gab Dr. Palmie ein Mitteilungsblatt heraus, dass ab 1949 mit der Bezeichnung „Studia Pali Buddhistica“, ab 1950 mit der Bezeichnung „Epistola Pali Buddhistica“, von Mitte 1950 bis Ende 1951 gar nicht wegen geringem Interesse der Leser und von 1952 bis Anfang 1954 mit der Bezeichnung „Wissen und Wandel: Studia Pali-Buddhistica. Blätter für Freunde des Pali-Buddhismus“ erschienen ist.

Neben Dr. Palmie gab es noch eine weitere Gruppe, die vom Ahrensburger Paul Debes (08.09.1906-06.06.2004) im Februar 1948 gegründet wurde und welche ab 1950 den Namen „Deutscher Kreis zur Orientierung in der Wirklichkeit, Sitz: Hamburg“ hieß, aber ab 1955 den Namen “Buddhistisches Seminar” annahm und die noch heute, allerdings nicht mehr in Hamburg, sondern in Bindlach nahe Bayreuth fortbesteht und von Ingetraut Anders-Debes und anderen Nachfolgern von Paul Debes geleitet wird.

Ab Oktober 1949 veröffentlichte er auch regelmäßige Rundbriefe, die zuerst „Rundbriefe zur Wirklichkeit-Erforschung nach der Lehre des Buddha“, ab der 8. Ausgabe (1950) „Rundbriefe zur Erforschung der Wirklichkeit“ und ab 1955 „Wissen und Wandel: Rundbriefe zur Orientierung in der Wirklichkeit“ hießen und dann von Dr. Hellmuth Hecker, Dr. Fritz Schäfer und Paul Debes gemeinsam herausgegeben wurden.

GRÜNDUNG UND ENTWICKLUNG DER BGH:

Am 9. Oktober 1954 wurde auf Anregung des singhalesischen Mönches Narada Mahathera von Paul Debes, Max Glashoff, Dr. jur. Hellmuth Hecker, Dr. med. Wilfried Klinger, Dorothea Gräfin von Matuschka, Carl Roosen und Wilhelm A. Stegemann die Buddhistische Gesellschaft gegründet.

Narada Mahathera übernahm das Patronat, ihm sollten 1987 Ayya Khema und 1998 Bhante Seelawansa folgen. Die Gesellschaft wurde gegründet als eine Vereinigung von Personen, welche die im Pali-Kanon niedergelegte Lehre des Erwachten als eine wirklichkeitsgemäße Aussage über das Dasein anerkennen und sich bemühen, ihr Leben dem entsprechend einzurichten (ursprüngliche Satzung).

In das erste Jahr ihres Bestehens, 1955, fiel das für den deutschen Buddhismus so wichtige Ereignis der Gründung einer Dachorganisation, der Deutschen Buddhistischen Gesellschaft (seit 1958 Deutsche Buddhistische Union), deren Geschäftsstelle sich u.a. über 20 Jahre bei Max Glashoff in Hamburg befand. Mit einer neuen Satzung Ende 1955 erlangte die nunmehr Buddhistische Gesellschaft Hamburg 1956 als erste deutsche buddhistische Vereinigung Gemeinnützigkeit. Am 05.02.1958 wurde die BGH eingetragener Verein im Vereinsregister Nr. 5994 in Hamburg.

Mit einer nochmaligen Änderung der Satzung erfuhr das inhaltliche Programm eine Veränderung: Die Gesellschaft hat den Zweck, die Lehre des Buddha in einer dem Europäer verständlichen Form darzulegen, die Möglichkeit zu Ihrer Vertiefung zu geben und den Mitgliedern und Freunden bei der Anwendung der Lehre im täglichen Leben behilflich zu sein. Weiterhin heißt es: Aus der Erkenntnis der unterschiedlichen Mentalität der Menschen lässt die BGH in Wort und Schrift alle buddhistischen Richtungen sprechen, die das gleiche Ziel haben, aber unterschiedliche Wege gehen. Nach anfänglichen Treffen in Privatwohnungen und Vorträgen in Schulen konnte im Sommer 1956 das Buddhistische Holzhaus nähe Berliner Tor eingeweiht werden. Es hatte einen Vortragsraum für ca. 120 Personen und eine Bibliothek, sodass von nun an regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt werden konnten. Viele Gäste des In- und Auslandes, darunter Mönche aus Asien, besuchten diese Stätte zu Vorträgen, Meditation, Einzel- und Gruppengesprächen.

1971 musste das Holzhaus auf Verlangen der Stadt Hamburg geräumt werden. Die BGH war nun wieder ohne Heimat. Eine Notlösung fand sich in der Friedensakademie. 1976 konnte dank einer großzügigen Spende eine Eigentumswohnung im Graumannsweg gekauft werden. Nun konnte die Arbeit wieder intensiviert, die stetig wachsende Bibliothek wieder aufgestellt werden. Für größere Veranstaltungen musste nach wie vor auf Schulen ausgewichen werden, sodass das Bedürfnis nach einem größeren Zentrum bestehen blieb. Dank weiterer Spenden und dem Erlös der Eigentumswohnung war es 1979 möglich, in der Beisserstrasse ein Grundstück zu erwerben. Das darauf befindliche Haus konnte im Frühjahr 1980 als Gemeinschaftszentrum der BGH eingeweiht werden. Es ist im Laufe der Jahre mehr und mehr ausgebaut worden, sodass heute zwei Meditations- bzw. Veranstaltungsräume, eine Bibliothek, ein Büro und ein Garten zur Verfügung stehen.1991 konnte das Nachbarhaus gekauft werden, das unter großem Einsatz der Hausbewohner, Mitglieder und Freunde der BGH ausgebaut wurde. Diese Räumlichkeiten werden gegenwärtig vom Thai Buddhistischen Verein Hamburg e. V. (TBV) genutzt, der häufig, besonders während der Regenzeit, Mönche aus Thailand einlädt. Von der BGH eingeladene Ordinierte und Lehrer /-innen werden zur Zeit im Dachgeschoß des Hauses Beisserstr. 23 untergebracht.

BIBLIOTHEK:

Die Bibliothek, von Dr. Hecker früher geleitet, umfasst inzwischen über 3000 Bände, darunter kanonische Schriften in Pali und englische Literatur. Die Nutzung der Bibliothek und das Entleihen von Büchern ist für alle interessierten Besucher kostenlos, jedoch nur nach vorheriger Registrierung und Anmeldung im Büro, möglich. Der aktuelle Bestandskatalog der Bibliothek ist hier einzusehen: BGH_Bibliothek Ihr angeschlossen ist eine umfangreiche Kassettothek. Darüber hinaus hat der Verein eine umfangreiche Sammlung deutsch- und englischsprachiger buddhistischer Zeitschriften archiviert.

BUDDHISTISCHE MONATSBLÄTTER:

Von 1955 bis 1961 erschien neben der Zeitschrift “Wissen und Wandel” von Debes das “Mitteilungsblatt der Buddhistischen Gesellschaft”. Dieses entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Zeitschrift, die ab 1962 als “Buddhistische Monatsblätter” (BM) herauskommt. Von 1994 bis 1997 erschienen sie zweimonatlich als Doppelheft, seit 1998 bringt die BGH sie vierteljährlich und seit 2009 alle 4 Monate heraus. Die Zeitschrift beinhaltet Artikel der verschiedenen buddhistischen Lehrrichtungen, Mitteilungen und Berichte der BGH, Buch- u. a. Rezensionen und die aktuellen Veranstaltungsprogramme. Beiträge zu den BM sind stets willkommen und an die Geschäftsstelle der BGH zu richten.

VERANSTALTUNGEN:

Im Hause treffen sich Gruppen der unterschiedlichen Traditionen des Buddhismus.Abends finden an den Wochentagen regelmäßige Veranstaltungen der Theravada-Tradition, des Rinzai- und des Soto-Zen sowie des vietnamesischen, koreanischen und thailändischen Buddhismus statt. Andere Gruppen kommen einmal im Monat zusammen. Wochenendseminare beginnen in der Regel mit einem, auch getrennt zu besuchenden, Vortrag am Freitagabend. Schulklassen, andere Gruppen und Einzelpersonen können nach Vereinbarung mit dem Büro, möglichst während der Sprechzeiten, das Zentrum besuchen. Neben der Internetseite www.bghh.de findet man das Veranstaltungsprogramm auch in der Vereinszeitschrift “Buddhistische Monatsblätter”.

Wenn Sie MITGLIED der Buddhistischen Gesellschaft Hamburg e.V. werden möchten oder die “Buddhistischen Monatsblätter” regelmäßig zugesandt haben möchten, füllen Sie bitte den entsprechenden Vordruck aus Beitrittserklärung und senden ihn an die Geschäftsstelle oder senden uns eine Email mit entsprechenden Inhalt. Mitgliedsbeiträge sowie Geld- und Sachzuwendungen an die BGH sind von der Steuer absetzbar, da der Verein seit 1956 als gemeinnützig anerkannt ist.

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