Buddhistische Gesellschaft Hamburg e.V.

Ich meditiere lieber allein zuhause

„Ich meditiere lieber alleine zu Hause“

„Ich sitze lieber alleine bei mir zu Hause, das geht besser, dann kann ich meditiere, wann ich will oder Zeit habe.“So oder ähnlich hört man diese Ansicht immer und immer wieder: „Donnerstag kann ich sowieso nicht, Dienstag auch nicht und Montag und Freitag sind auch schwierig...“ So in etwa klingt dann meistens der nächste Satz, wenn es um feste Termine der Zazen-/Meditationsgruppe geht. Und manche sagen dann noch: „Mit der Gruppe ist es sowieso nicht so wichtig – Hauptsache, ich übe überhaupt.“ In dieser Weise geht es dann immer weiter: „Buddhisten haben schon immer alleine gesessen; die Einsiedlermönche ....“ usw. usf..
Alleine zu meditieren, ist sicherlich auch gut, in jedem Fall besser, als es ganz zu lassen. Jeder sollte zu Hause üben, so oft er kann. Auch der historische Buddha hat öfter alleine meditiert. Aber in Indien im Wald waren dennoch seine Mitbrüder, die Asketen, immer in der Nähe, und später hatte er ja den Orden um sich herum geschart. Diese Sangha hat überwiegend in Gruppenform meditiert. Insbesondere auch zu diesem Zweck hatte Buddha ja den Orden ins Leben gerufen. Und zu allen Zeiten wußten erfahrene Buddhisten, dass Meditation in der Sangha besonders kraftvoll und wirksam ist, daher haben sich ja auch Retreats, Sesshins usw.
entwickelt, die Wochen oder Monate dauern können, selbstverständlich auch eine Gruppenübung.
Manchmal gab es in den Teilgruppen dieses Ordens auch Meinungsverschiedenheiten. Manchem paßte die Nase des Hauptmönchs nicht, den Anderen die eines oder mehrerer Sanghakollegen nicht. Dennoch blieb man zusammen und der Orden wuchs und wurde in weiten Teilen Asiens zum Vorbild.. Solche Urteile hört man auch heutzutage ständig, daß heute zudem alles ganz anders sei, der Lebensrhythmus von Beruf und Familie vorgegeben, man sei halt individualistischer etc. Aber genau hierum geht es ja auch ganz besonders. Der Buddhismus ist schließlich auch ein Weg, eigene Egostrukturen zu hinterfragen und individuelle Konzepte zu überwinden..
Rückgrat des Buddhismus ist die monastische Tradition. Wir hier, die Mitglieder der BGH, Freunde und Förderer, leben nicht in einer Klostergemeinschaft, aber auch wir sind Sangha. Aber in Asien, von Sri Lanka bis Japan, gehen auch die Laien in Tempel und Klöster zu ihren Lehrern und praktizieren bei ihnen in der Gruppe Meditation, seit zweieinhallbtausend Jahren.
Das ist die intrinsische Stärke des Buddhismus.
Wenn einem dieser oder jener Lehrer nicht so zusagt, kann man zu einem anderen gehen. Hier im Hause gibt es eine Reihe von Gruppen zur Auswahl. Wo sonst hat man diese Vielfalt? Aber nicht einmal 20 % der Mitglieder praktizieren hier. Manche Gruppen bestehen zu mehr als der Hälfte aus Nichtmitgliedern, und das Gruppenleben ist personell von Stagnation geprägt.
Aber letzlich gibt es nur den Übungsweg über die Sangha, kontinuierlich und langfristig. Viele Einsiedlermönche habe zuvor oft fast ihr ganzes Leben in einem Kloster verbracht und sind schließlich in der Einzelmeditation den Weisheitsweg zu Ende gegangen. Aber wie hier heute fangen umgekehrt an, weil wir ja schon so weise sind, uns alleine sowieso besser fühlen, keine Anleitung und keine Sangha brauchen: „In die BGH komme ich, wenn ein interessanter Lehrer einen Vortrag hält...“ Auf diese Weise stirbt, im Westen kaum angekommen, der Buddhismus einen einsamen Tod.


Korin
 

[Intro] [Aktuell] [Veranstaltungen] [Die Gruppen] [Monatsblätter] [Jahrgang 2012] [Jahrgang 2011] [Jahrgang 2010] [Jahrgang 2009] [Jahrgang 2008] [Jahrgang 2007] [Jahrgang 2006] [BM 2013] [Downloads] [Buddhistisches Bekenntnis] [Links] [Kontakt/Impressum]