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Die Schule in Mahadamana Vorstellung eines Schulprojekts in Sri Lanka
Bhante Punnaratana und die Karuna-Samadhi Organisation versuchen, Kindern in Sri Lanka die Möglichkeit zu geben, die Schule zu besuchen und ihnen dringend benötigte Schulmaterialien zur Verfügung zu stellen. Erfolgreichen Schülern und Schülerinnen soll die Möglichkeit gegeben werden, nach Abschluss des 11. Schuljahres in eine weiterführende Schule zu gehen. Je länger die Kinder in der Lage sind, eine Schule besuchen zu können, desto mehr steigt ihr Selbstbewusstsein und sie lernen, sich im Leben besser zurechtzufinden und durchzusetzen. Sie erreichen damit etwas, was nicht allen Menschen dort möglich ist.
Bhante Punnaratana verbrachte seine Kindheit in dem kleinen Dorf Rathmale in Wariyapola. Seine Eltern arbeiteten den ganzen Tag auf dem Feld, und viel Geld hatte seine Familie nie. Er hat sieben Geschwister. Die Eltern hatten große Schwierigkeiten, für alle Kinder Schulmaterial zu kaufen. Noch heute erinnert er sich an diese schwierige Situation. Als Kind ist er gern zur Schule gegangen und hat auch immer gute Zensuren gehabt. In Sri Lanka zahlen die Familien zwar kein Schulgeld, sie müssen aber das Schulmaterial, die Uniform, Schuhe usw. bezahlen, wenn ihre Kinder die Schule besuchen möchten. Das ist bei sieben Kindern eine starke finanzielle Belastung und kaum zu machen. Im Alter von 12 Jahren ging er in den Tempel. Seine dortigen Lehrer, die jetzt für die Kosten seiner Schulbildung aufkommen mussten, hatten die gleichen finanziellen Probleme wie seine Eltern. Aber einige Upasikas und Upasakas übernahmen die Kosten für seine Robe und sein Fahrgeld zur Schule. Wenn er mit ihnen über die Lehre des Buddha sprach, schenkten sie ihm Bücher. So hatte er es im Tempel leichter, konnte die Schule regelmäßig besuchen und später sogar studieren. Als er nach Deutschland kam, lernte er ein Schulsystem kennen, das sich sehr stark von dem in Sri Lanka unterscheidet. Anders als in Deutschland haben die Kinder in Sri Lanka eigentlich keine Kindheit, denn sie haben weder Spielsachen, noch Zeit oder Gelegenheit zum Spielen. Viele Kinder arbeiten wie Sklaven auf den Feldern. Bhante Punnaratana hatte schon frühzeitig den Wunsch, armen Kindern zu helfen, damit sie in die Schule gehen und lernen können. Während seines Aufenthaltes im Buddhistischen Haus Frohnau hat er diesen Wunsch Wirklichkeit werden lassen. Im Juni 2004 gründete er die Karuna Organisation - Hilfe aus Deutschland für Sri Lanka, um Kinder, kranke und arme Menschen zu unterstützen. Da alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, entstehen keine Verwaltungsgebühren und die finanzielle Unterstützung geht direkt an die Bedürftigen. Karuna konzentriert sich vor allem auf die Unterstützung einer Schule in Mahadamana, das im Norden von Sri Lanka an der Grenze des Kriegsgebietes liegt, und in der vom Tsunami verwüsteten Stadt Galle. Für die Kinder dieser Schulen wurden bisher 80 Patenschaften gefunden. In Galle wurde die Instandsetzung der vom Tsunami zerstörten Rohana Balik Schule in Dodanduwa finanziert. Dank der Spenden aus Deutschland konnten aber auch 200 alte Menschen mit Brillen und Medikamenten versorgt werden. Zwei Halskrebspatienten konnte je eine elektronische Sprachhilfe finanziert werden. Der Hingurakgoda Schule, in der buddhistische Mönche ausgebildet werden, wurde eine Spende für den Bau von Unterkünften der Novizen übergeben, außerdem erhalten die über 50 Novizen regelmäßig Unterrichtsmaterialien. Insbesondere für junge Menschen wurden Seminare veranstaltet, auf denen die Vermittlung ethischer Werte im Vordergrund stand, Diskussionen stattfanden, zur Meditation angeleitet und Informationen in Form von Broschüren ausgegeben wurde. 75 Familien wurde durch die Bereitstellung von Nähmaschinen, Fahrrädern, Mobiliar, Handwerksmaterialien usw. die Möglichkeit gegeben, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Bhante Punnaratana: „Mir ist wohl bekannt, dass es auch in Deutschland vor allem auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit große finanzielle Probleme gibt. Deshalb möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung bedanken. Ich würde mich freuen, wenn diese Projekte auch weiterhin unterstützt werden könnten.“
Nachfolgend ein Bericht von Isabel Gasmi, die mit einer Besuchergruppe, die aus Paten der Kinder bestand, im Januar 2006 Sri Lanka besuchte.
Das Dorf Mahadamana liegt an der Grenze des Kriegsgebiets etwa 40 km von der nördlichen Stadt Polonnaruwa (Sri Lanka) am Rande des Urwalds. Die Schule gibt es seit 1982. Es wird Unterricht von der 1. bis zur 11. Klasse erteilt. Dort arbeiten sechs Lehrer. Insgesamt besuchen zwischen 200 und 250 Schüler und Schülerinnen die Schule, die weder mit Elektrizität noch mit sanitären Anlagen versehen ist. Die ersten fünf Klassen haben jeweils einen eigenen Klassenraum, die Klassen 6 – 11 werden in einem großen Raum in Gruppen unterteilt. Bereits im ersten Schuljahr lernen die Kinder drei Sprachen sprechen und schreiben: Singhala, Tamilisch und Englisch. Alle drei haben unterschiedliche Buchstabensysteme. Stellen Sie sich doch einmal vor, Ihre Kinder müssten mit fünf Jahren gleichzeitig Chinesisch, Arabisch und Deutsch schreiben, lesen und sprechen lernen! Der Unterricht beginnt um 7.30 Uhr und endet um 14.00 Uhr; er ist kostenlos. Das Schuljahr beginnt – anders als bei uns – im Dezember und endet im November. Ferien sind im April und im August. Alle drei Monate machen die Kinder einen Test. Die Ergebnisse der Tests sind für die Versetzung in die jeweils höhere Klasse wichtig. Um die Tests zu bestehen, haben die Kinder oft noch nachmittags oder abends Unterricht bei Privatpersonen oder bei Mönchen im Tempel. Leider möchten die meisten der ausgebildeten Lehrer in der Nähe der Hauptstadt Colombo lehren, so dass es sehr schwierig ist, qualifizierte Lehrer für die Schule in dem abgelegenen Mahadamana zu finden. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch zum Teil überschwemmte Straßen und langem Suchen sind wir von Kindern und Lehrern freundlich empfangen worden. Die Schule, der Schulhof und die Klassenzimmer waren sauber gefegt. Wir waren erstaunt, wie sauber und ordentlich Kinder und Kleidung waren, obwohl es in diesem Dorf kein fließendes Wasser gibt. Bei Regen, Ende November, waren die Straßen teilweise überflutet, so dass es schwierig war, die Schule zu erreichen. Das war auch der Grund, warum viele Schüler und Lehrer nicht zur Schule gekommen sind. Auch die anwesenden Schüler hatten zum Teil eine Stunde Fußmarsch hinter sich. Überall waren Regenschirme zum Trocknen aufgespannt. Die meisten Schüler kommen aus Reisbauernfamilien. Da diese zu arm sind, um Hilfskräfte zu bezahlen, arbeiten die Kinder, wenn nötig, auf den Feldern mit. An diesen Tagen können sie also nicht zur Schule kommen. Ein weiteres großes Problem, weswegen die Kinder häufig nicht zur Schule kommen können, ist die Schuluniform. Die Mädchen müssen einen weißen Rock mit weißer Bluse und weißen Schuhen tragen, die Jungen eine blaue Hose und weiße Schuhe. Die Uniform wird zwar einmal zu Beginn des Schuljahrs im Januar von der Regierung gestellt, aber weiße Kleidung bei diesem tropischen Wetter (entweder nass und matschig oder heiß und staubig) muss jeden Tag gewaschen werden. Geld für eine zweite Schuluniform zum Wechseln haben die meisten Familien nicht. Häufig ist die Uniform überhaupt die einzige Kleidung. Das weitaus größere Problem stellen die Schuhe dar. Da die meisten Familien noch nicht einmal genug Geld zum Leben haben, fehlt natürlich das Geld für Schuhe. Ohne Schuhe dürfen die Kinder eigentlich nicht in die Schule. Diese Schule liegt glücklicherweise so weit abgelegen und ist schwer zugänglich, so dass die staatlichen Kontrolleure nur sehr selten kommen. Die Lehrer drücken also oft ein Auge zu und die Kinder dürfen dableiben. Zusätzlich brauchen die Kinder natürlich – ebenso wie bei uns – Hefte, Bücher, Stifte usw. In der 9. Klasse beispielsweise gab es für alle 35 Kinder zusammen nur einen Zirkel! Das Arbeiten dauert dann natürlich viel länger, falls es überhaupt möglich ist.
(Wegen weiterer Infos oder bei Interesse an Unterstützung des Schulprojekts wenden Sie sich bitte an Solveig.Niek@web.de).
Bhante Punnaratana wird vom 9.2. – 11.2.2007 zu einem Wochenendseminar in der BGH sein.
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