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Der Buddha in den Alpen. Eine Protestaktion in Italien
Sabine Witt
Auf dem 3.300 m hohen Piz Badile thront seit September 2005 ein Buddha. Eine Gruppe junger Südtiroler Bergsteiger hat die 1,30 m hohe und 20 kg schwere Statue auf diesen beliebten Kletterberg im Val Masino zwischen der Lombardei und dem Schweizer Kanton Graubünden hinaufgetragen, um mit deren Aufstellung gegen die zahlreichen christlichen Symbole in der italienischen Bergwelt zu protestieren. Die Alpinisten wollen auf die aus ihrer Sicht übertriebene Anzahl von Kruzifixen, Gipfelkreuzen, katholischen Gedenktafeln, Grabsteinen und Statuen, die die Bergwege säumen, aufmerksam machen. Sie wollen den Buddha erst wieder ins Tal bringen, wenn all diese christlichen Symbole, die den Sieg des Menschen über die Natur symbolisieren, aus der Bergwelt der Lombardei verschwunden sind. Man habe den Eindruck, einen Kreuzweg zu machen, wenn man die alpinen Gipfel dieser Region erklimme, so die Organisatoren der Aktion Die einheimischen katholischen Priester reagieren verärgert und mit Intoleranz auf die Initiative. In einer Gegenaktion will man die Entfernung der Buddhastatue bewirken. "Unsere Berge dürfen nicht von anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur gehören. Die Buddhas sollen in Nepal bleiben", erklärt etwa Don Augusto Azzalini auf der Website kath.net des österreichischen katholischen Informationsdienstes. Diese Reaktion ist ebenso unangemessen wie die Tatsache, sich des Buddha zu einer derartigen Protestaktion zu bedienen, denn dies widerspricht einerseits der Friedfertigkeit und Toleranz des Buddhismus und lässt andererseits die für die Aktion missbrauchte buddhistische Statue zu einem reinen Mittel zum Zweck ohne tieferen Sinngehalt verkommen. Allein, so selten sind sie gar nicht, die Buddhastatuen in den Alpen, denken wir an die buddhistischen Klöster und tibetischen Gemeinden, die sich hier in den letzten Jahrzehnten angesiedelt haben.
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